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Pharmakologie

Cytochrom CYP2C8 – vor geplanter Paclitaxel-Therapie

Allgemeines

Eine der Hauptnebenwirkungen von Paclitaxel stellt die periphere Neuropathie dar. Wird in Folge einer kumulativen Taxantherapie eine solche Neurotoxizität festgestellt, muss zur Vermeidung von Spätfolgen zumeist die Dosis reduziert, unter Umständen sogar die Therapie abgebrochen werden.

Mittlerweile ist aus mehreren Studien bekannt, dass für das Auftreten von schweren Neurotoxizitäten bei Patienten europäischer Herkunft ein genetischer Polymorphismus im CYP2C8-Gen eine wichtige Rolle spielt. Das CYP2C8*3-Allel führt dabei über eine reduzierte Enzymaktivität zu einem stark verlangsamten Paclitaxel-Metabolismus.

Die gezielte molekulargenetische Diagnostik dieses Genotyps vor Beginn einer Paclitaxel-Therapie ermöglicht die rechtzeitige individuelle Dosisanpassung und somit die Vermeidung von Nebenwirkungen. Besondere Vorsicht ist zudem bei nachgewiesenem CYP2C8*3-Allel und der kombinierten Gabe von Paclitaxel und Lapatinib – einem CYP2C8-Inhibitor - geboten.

Die Analyse wird mittels klassischer Sanger-Sequenzierung durchgeführt. Die CYP2C8-Allelbestimmung erfolgt in unserem Labor innerhalb von 10 Tagen.


Zusätzlich wird eine schriftliche Einwilligung des Patienten sowie ein Ü-Schein Muster 10 mit folgenden Angaben benötigt:

- Ausnahmekennziffer: 32019

- Diagnose: Paclitaxel - Unverträglichkeit (T88.7)

- Auftrag : Analyse des CYP2C8*3-Allels

 

Die Untersuchung stellt eine Kassenleistung dar und belastet nicht Ihr Budget

Präanalytik

Bei der CYP-Genotypisierung werden 2 ml EDTA-Blut (alternativ: 2 ml Citrat- oder Heparinblut) in handelsüblichen Monovetten benötigt. Die Blutentnahme sollte max. 7 Tage zurückliegen; der Transport kann auf normalem Postweg ohne Einschränkungen erfolgen. Seit dem 01.02.2010 wird laut Gendiagnostikgesetz das Einverständnis des Patienten für diese Untersuchung unbedingt benötigt.

Indikation

Verträglichkeit von Paclitaxel

Bewertung

Sowohl heterozygote Träger (13 % der europäischen Bevölkerung), als auch homozygote Träger (1,7 % der europäischen Bevölkerung) des CYP2C8*3-Allels weisen eine verminderte Enzymaktivität von CYP2C8 auf und können schwere Toxizitäten ausprägen. Eine Dosisanpassung von Paclitaxel ist zu empfehlen.