Onkologie solider Tumore

RAS-Gen-Mutationsuntersuchung

Allgemeines

Der EGFR-Rezeptor ist ein wichtiges Zielantigen bei der Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms. Die Kombination von anti-EGFR-Antikörpern mit einer Chemotherapie hat bei bestimmten Tumoren zu einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Intervalls geführt. Da eine Wirksamkeit der Anti-EGFR-Therapie nur bei Tumoren mit einem RAS-Wildtyp (gemeint sind die Gene KRAS und NRAS) zu beobachten ist, ist die Analyse des RAS-Mutationsstatus eine ent­scheidende Voraussetzung für eine erfolgversprechende individuelle Therapie unter Cetuximab (Erbitux®) oder Panitumumab (Vectibix®).

Präanalytik

Ein Paraffinblock mit 7x7 mm erhaltenem Tumorgewebe oder sechs 7 µm Paraffinschnitte vom Tumorgewebe, die auf Objektträger (nicht silanbeschichtet) aufgezogen sind. Transport bei Raumtemperatur. Der Paraffinblock wird wieder zurück geschickt.

Indikation

Die Europäische Zulassungsbehörde (EMEA) hat auf Basis von Studiendaten den Einsatz des Antikörpers Panitumumab (Vectibix®) ausschließlich für Patienten mit nicht-mutiertem RAS-Gen-Status (Wildtyp) im Tumorgewebe genehmigt.

Darüber hinaus haben aktuelle Studienergebnisse gezeigt, dass die Untersuchung zum Mutationsstatus der beiden RAS-Gene das zugelassene Anwendungsgebiet von Erbitux® (Cetuximab) beim metastasierten kolorektalen Karzinom erfordert.

Die zusätzlichen RAS-Mutationen mussten in die Fachinformationen aufgenommen werden, da Patienten mit RAS-Mutationen (Exons 2, 3 und 4 von KRAS und NRAS), die Cetuximab in Kombination mit einer FOLFOX4-Chemotherapie erhielten, ein geringeres Gesamtüberleben, eine geringere progressionsfreie Überlebenszeit (PFS) und eine geringere objektive Ansprech- bzw. Remissionsrate (ORR) hatten als bei einer alleinigen FOLFOX4-Therapie.

Um Patienten mit mutierten RAS-Genen sowohl Therapienebenwirkungen als auch eine unwirksame Behandlung zu ersparen sowie unnötige hohe Behandlungskosten zu vermeiden, wird generell vor einem Einsatz von Anti-EGFR-Antikörpertherapien erforderlich, den RAS-Mutationsstatus im Tumorgewebe zu ermitteln.

Bewertung

Die Wirksamkeit einer anti-EGFR-Therapie kann nur bei Tumoren mit einem nicht-mutiertem RAS-Gen-Status (Wildtyp) erwartet werden.

Zum Nachweis von

Nicht-Kleinzelliges Bronchial-CA TK-Resistenz