Onkologie solider Tumore
Pharmakologie

UGT1A1-Gen-Untersuchung (Meulengracht)

Allgemeines

Das Gilbert-Meulengracht Syndrom äußert sich als erbliche Störung des Bilirubinstoffwechsels in der Leber ohne zugrundeliegende Lebererkrankung und tritt meist als vorübergehender, leichter Sklerenikterus (gelbliche Verfärbung der Lederhaut der Augen) in Erscheinung. Diesem Syndrom liegt in der Regel ein Promotor-Polymorphismus in der TATA-Box im UGT1A1-Gen (Uridin-Glucuronyl-Transferase 1A1) zugrunde. Eine klinische Bedeutung der ansonsten harmlosen Stoffwechselanomalie besteht in einem gestörten Stoffwechsel von einigen Medikamenten, darunter CPT-11 (Irinotecan). Hat diese TATA-Box den Genotyp 7/7 (homozygot für 7 TA-Wiederholungen), so wird wenig UGT1A1 hergestellt. Beim Genotyp 6/7 (heterozygot), werden mittlere Mengen UGT1A1 und beim Genotyp 6/6 (homozygot für 6 TA-Wiederholungen, Wildtyp) wird viel UGT1A1 gebildet.

Präanalytik

Für die UGT/MGS-Diagnostik werden mindestens 2 ml EDTA-Blut in handelsüblichen Monovetten benötigt. Die Blutentnahme sollte max. 7 Tage zurückliegen; der Transport kann ungekühlt auf normalem Postweg ohne Einschränkungen erfolgen. Seit dem 01.02.2010 wird laut Gendiagnostikgesetz das Einverständnis des Patienten für diese Untersuchung unbedingt benötigt.

Indikation

Bei Verdacht auf Gilbert-Meulengracht Syndrom und/oder vor der Durchführung einer Behandlung mit CPT-11 (Irinotecan) sollte diese Untersuchung durchgeführt werden.

Bewertung

Liefert die Genotypisierung einen Polymorphismus in dem Promotor von UGT1A1 (Genotyp 6/7 oder 7/7) kann von dem Vorliegen eines Gilbert-Meulengracht Syndrom ausgegangen werden.

Da die zytotoxisch wirksame Substanz von CPT-11 (Irinotecan) von der Uridin-Glucuronyl-Transferase 1A1 abgebaut wird, kommen vermehrt starke Nebenwirkungen bei Patienten mit reduzierter Enzymproduktion (Genotyp 6/7 oder 7/7) vor.

Zum Nachweis von

CPT11-Toxizität
Morbus Meulengracht