Onkologie solider Tumore
Pharmakologie

DPD-Gen-Mutationsuntersuchung (5-FU Unverträglichkeit)

Allgemeines

5-Fluorouracil (5-FU) zählt zu den am häufigsten verwendeten Chemotherapeutika bei der Behandlung von gastrointestinalen Tumoren, Brustkrebs u.a. Das verabreichte 5-FU wird normalerweise im Körper unter Beteiligung des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) rasch abgebaut. Eine der bekannten Mutationen des DPD-Gens, die sogenannte Exon-14-Skipping-Mutation (c.1905+1G>A; 1 % Prävalenz in der Bevölkerung), wird sehr häufig bei Patienten mit schwersten Nebenwirkungen identifiziert.

Präanalytik

Bei der DPD-Diagnostik werden 2 ml EDTA-Blut (alternativ: 2 ml Citrat- oder Heparinblut) in handelsüblichen Monovetten benötigt. Die Blutentnahme sollte max. 7 Tage zurückliegen; der Transport kann auf normalem Postweg ohne Einschränkungen erfolgen. Seit dem 01.02.2010 wird laut Gendiagnostikgesetz das Einverständnis des Patienten für diese Untersuchung unbedingt benötigt.

Indikation

Eine Exon-14-Skipping Mutationsanalyse des DPD-Gens sollte vor der Verabreichung von 5-Fluorouracil erfolgen.

Bewertung

Heterozygote Träger der Exon-14-Skipping Mutation können das verabreichte 5-FU nicht schnell genug katabolisieren; homozygote Träger können kein 5-FU abbauen. Dadurch treten mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere bis lebensbedrohliche Nebenwirkungen auf. Eine Behandlung mit 5-FU wird nicht empfohlen. Wird dennoch eine Behandlung mit 5-FU erwogen, sollte vorher unbedingt eine pharmakokinetische Messung des 5-FU-Metabolismus erfolgen.

Zum Nachweis von

5-FU Toxizität