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05.06.2020

Leitliniengerechte Testung von 5-Fluorouracil-haltigen Zytostatika vor einer systemischen Tumortherapie

Der Wirkstoff 5-Fluorouracil (5-FU) – direkt oder auch als Prodrug angewendet – gehört auch nach ca. 60 Jahren der Einführung immer noch zu dem am häufigsten eingesetzten Zytostatikum in der Behandlung von unterschiedlichsten Tumorerkrankungen.

Dihydropyrimidin-DehydrogenaseCa. 80 bis 85 % des verabreichten 5-FU werden in der Leber innerhalb kurzer Zeit abgebaut. Dabei spielt das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD), das den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt katalysiert, die zentrale Rolle. Bei ca. 9 bis 10 % der europäischen Patienten tritt eine verminderte Aktivität bis hin zum vollständigen Ausfall der Aktivität des DPD-Enzyms auf, so dass bei diesen Patienten die 5-FU-Behandlung schwere oder gar lebensbedrohliche Nebenwirkungen hervorrufen kann.
Ursache für die Aktivitätsminderung oder Ausfall des DPD-Enzyms sind genetische Veränderungen (Mutationen) im Dihydropyrimidin-Dehydrogenase-Gen (DPYD). Daher hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlen, alle Patienten vor einer systemischen Therapie mit den 5-FU-haltigen Arzneimitteln auf einen DPD-Mangel zu testen. Zu diesen Arzneien zählen 5-Fluorouracil selbst, Capecitabin und Tegafur.


Die Empfehlung beinhaltet:

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