Aktuelles
03.04.2020

Leitliniengerechte Genotypisierung vor Gabe von Siponimod bei sekundär progredienter Multipler Sklerose

Siponimod ist ein weiterer Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulator, der für die Behandlung einer sekundär progredienten Multiplen Sklerose zur Verfügung steht. Nach positivem Votum der EMA (European Medicines Agency) wurde das Medikament im Januar 2020 zugelassen. Nunmehr seit dem 1. April 2020 kann die Genotypisierung für gesetzlich versicherte Patienten abgerechnet werden.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Siponimod wird – wie ca. 20% aller Medikamente – hauptsächlich über Cytochrom P450 Subtyp 2C9 (CYP2C9) metabolisiert. Das CYP2C9-Enzym ist genetisch polymorph, d.h. die genetischen Varianten (Allele) liefern unterschiedliche Stoffwechseltypen. Die Konzentrationen zum Erzielen einer optimalen therapeutischen Wirkung und die damit empfohlene Dosierung von Siponimod sind deshalb abhängig vom CYP2C9-Metabolisierungsstatus. Um eine an den individuellen Stoffwechsel adaptierte Dosierung sicher zu stellen, muss vor der Behandlung mit Siponimod der CYP2C9-Metabolisierungsstatus des Patienten bestimmt werden. Davon abhängig wird die Erhaltungsdosis von Siponimod patientenindividuell empfohlen. Bei Vorliegen des Genotyps CYP2C9*3/*3 ist Siponimod kontraindiziert.

Unser Labor, SYNLAB Jena Oncoscreen, hat einen Test zur Genotypisierung etabliert und kann Ihnen diesen für Ihre Patienten vor Verabreichung von Siponimod, der als Leistung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen wurde und damit für gesetzlich versicherte Patienten abrechenbar ist, anbieten.

Was brauchen wir?

  1. 2 ml EDTA-Blutprobe

  2. Anforderungsschein inkl. Einwilligung nach Gendiagnostikgesetz (oncoscreen[at]synlab.com unter Anforderungsschein)

  3. Für gesetzlich Versicherte wird ein Überweisung-/Abrechnungsschein Nr. 10 mit dem Vermerk: „CYP2C9 Genotypisierung vor geplanter Siponimod-Therapie“ benötigt.

  4. Bei privat versicherten Patienten wird eine Kostenübernahmeerklärung benötigt. Laut GOÄ (Faktor 1,15) ergibt sich ein Preis von 395,46 Euro.

Wie lange dauert die Analyse?

In der Regel 5 Arbeitstage nach Eingang der Probe in unserem Labor?